Anschlag auf Karl Heinz Beckurts
Erklärung
der RAF vom 9. Juli 1986
Die aktuellen strategischen
Projekte der politischen, ökonomischen und militärischen Formierung
des imperialistischen Systems in Westeuropa angreifen!
Heute haben wir mit dem Kommando
Mara Cagol den Vorstand für Forschung und Technik bei Siemens und
Vorsitzenden des »Arbeitskreis Kernenergie« im BDI, Karl Heinz
Beckurts, angegriffen. Beckurts repräsentiert den Kurs des internationalen
Kapitals in der aktuellen Phase der politischen, ökonomischen und
militärischen Strategie des imperialistischen Gesamtsystems und treibt
ihn voran. Schon in den 70er Jahren stand er an der Spitze der strategischen
Ausrichtung des Kapitals: er war Chef des Kernforschungszentrums Jülich
in der Zeit, als es für die Bourgeoisie - hier mit der SPD an der
Macht - um die Realisierung des Atomprogramms ging, das als Kriegsmittel
auf dem Weltmarkt gegen die jungen Nationalstaaten, ihre Forderung nach
einer neuen Weltwirtschaftsordnung konzipiert war, um ihnen die Festsetzung
des Ölpreises aus der Hand zu schlagen und damit die politische Macht,
die sie durch das 01 als bis dahin wichtigstem Energieträger hatten.
Die Forcierung des Atomprogramms in der BRD und sein Export in die 3. Welt
-gegen alle Widersprüche und Kampfe hier durchgesetzt - war ein zentraler
Pfeiler für die Erhöhung der ökonomischen Potenz der BRD
und so ihrer politischen Macht im Weltsystem.
Die Restrukturierung für
den imperialistischen Krieg konkretisiert sich heute in der Metropole auf
der Seite des Kapitals in der radikalen Umwälzung der gesellschaftlichen
Produktion durch Forschung, Entwicklung und Produktion von Hochtechnologien,
die ihm Profitmaximierung und die absolute Steigerung der Produktivität
zur Stabilisierung seiner Struktur und ökonomischen Basis in den Zentren
und zur Sicherung seiner Position auf dem Weltmarkt bringen soll, das Technologiemonopol
ist der strategische Hebel zur Steigerung des Profits für die internationalen
Milirärisch- lndustriellen Komplexe - die zu der politisch-ökonomischen
Basis der Metropolen geworden sind -, zur Zementierung und Verschärfüng
der Abhängigkeit der Länder der 3. Welt und für die militärische
Übermacht gegenüber den sozialistischen Staaten.
Siemens ist der größte
High-Tech-Konzem in Westeuropa und weltweit - als KWU - drittgrößter
Atomkonzern. Er steht wie kaum ein anderer Konzern in der BRD für
die geballte Macht und Aggression der in den MIKs organisierten reaktionärsten
Fraktionen der Bourgeoisie. Beckurts ist bei Siemens eine zentrale Figur:
er leitet die Forschung und technische Umsetzung in den für die Restrukturierung
strategischen Bereichen, auf die Siemens sich konzentriert: Militärelektronik,
um den Krieg für das internationale Kapital gewinnbar zu machen; computergesteuerte
Kommunikations-, Informations- und Produktionssysteme für Fabriken,
Büros, Heimarbeit, Universitäten und Schulen - durch die menschliches
Denken und Handarbeit zur reinen Funktion der Maschinerie und von jedem
Sinn entleert wird - tendenziell ganz ausgeschaltet; perfektionierte Kontroll-
und Uberwachungssysteme für die Militär- und Polizeiapparate
weltweit: Siemens-Computer von Wiesbaden, Lissabon über Guatemala,
Honduras, Kairo bis Johannesburg. Die Geschichte von Siemens ist die der
Kontinuität des Faschismus und Imperialismus Deutschlands, der BRD.
Siemens hat schon Hitler mit an die Macht geschoben - wie sie 1930 gesagt
haben: als »Bollwerk gegen den Kommunismus« - und Fabriken
neben den KZs hier, in Polen, der Tschechoslowakei ... gebaut; nach '45
stieg Siemens sofort wieder an die Spitze der Konzerne in Europa auf- jetzt
mit finanzieller, technologischer und politischer Unterstützung durch
die USA -und wurde zu einer zentralen Säule der Macht der BRD, die
ihre ökonomische Potenz ist.
Heute gehört Siemens
weltweit zu den größten transnationalen Konzernen, ist verantwortlich
für die Ausbeutung, Vernichtung und Verelendung von Millionen von
Menschen in der 3. Welt und den Metropolen. Anfang der 70er Jahre, als
sich die Niederlage des US-Imperialismus in Vietnam abzeichnete und das
internationale Kapital durch die Offensive der Befreiungskampfe auf seine
politische Grenze gestoßen ist, hat es seine Expansion auf die entwickeltsten
Länder der 3. Welt konzentriert, um Riesenprofite durch billige Arbeitskräfte
und Rohstoffe zu realisieren und neue Absatzmärkte zu schaffen; diese
staatlich unterstützten Investitionen der Konzerne und Banken sollten
im Rahmen der »internationalen Arbeitsteilung« die ökonomische
Basis für die politische und wirtschaftliche Stabilisierung dieser
Staaten und Regionen nach sozialdemokratischem Muster bilden - die imperialistische
Hegemonie sollte gefestigt werden gegen die Befreiungsbewegungen, der Zugriff
auf die Rohstoffe gesichert.
Im Rahmen dieser Strategie
expandierte Siemens in allen Kontinenten, vor allem in Lateinamerika die
KWU schloß u.a. mit Brasilien 1975 Verträge über den Bau
von 8 Atomreaktoren ab; Siemens produzierte für die Marionettenregime
Herrschaftstechnologien während er in der BRD durch Rationalisierungen
zwischen 1970 und ,77 über 350 Millionen DM Personalkosten einsparte
und Grohnde, Brockdorf, Biblis... baute. Als Siemens mir finanzieller Unterstützung
der SPD-Regierung in Mosambique einen Staudamm bauen wollte für das
Rassistenregime Südafrika - und damit die Lebensgrundlagen in einer
ganzen Region zerstörte - schrieb die Frelimo an Brandt: Es wird Zeit,
daß die deutsche Mark ihren Beigeschmack von Blut und Leiden verliert.
Aber die ganze Entwicklung
hat sich umgekehrt. Nicht politische Stabilität, Industrialisierung,
Wirtschaftswachstum und neue Märkte in der 3. Welt sind dabei herausgekommen,
sondern massenhaftes Elend, die Vertiefung der sozialen und politischen
Widersprüche, De-Industrialisierung und Schuldenkrise. 100 Jahre imperialistische
Barbarei haben den Boden für diesen Versuch zerstört, und die
Menschen sind gegen diese neue Runde der Ausbeutung und Unterdrückung
aufgestanden. Das - in einer Wirkung mit den in immer kurzeren Abständen
sich verschärfenden, zyklischen ökonomischen Krisen, Rückgang
der Industrieproduktion und Massenarbeitslosigkeit in den Zentren, Krisen
des internationalen Finanzsystems, haben zur tiefsten Erosion des Kapitalsystems
geführt. Das Scheitern des Regimes der internationalen Wirtschaftsbeziehungen
ist unumkehrbar, und der politische Begriff, daß die Herrschaft des
Kapitals für die Menschen nur die Maximierung der Verelendung und
Ausbeutung bedeutet, weil seine Orientierung ausschließlich Expansion
und Profit ist - wird heute in allen Konfrontationen zum Antagonismus gegen
das imperialistische System.
Die Situation ist, daß
das internationale Kapital unter Führung der USA aus seinem Versuch
der strategischen Rekonstruktion imperialistischer Macht auf allen Ebenen
heute mit einer Entwicklung konfrontiert ist, in der seine Unfähigkeit
zur Stabilisierung der politischen und ökonomischen Lage in allen
Regionen der Welt evident ist.
Unter Druck der explodierenden
sozialen Situation in der 3. Welt und den daraus wachsenden politischen
Widersprüchen, den revolutionären Kämpfen weltweit, dem
Auseinanderbrechen des Weltmarktsysrems und der schlingernden ökonomischen
Krise ohne Aussicht auf Lösungen und der Tatsache, daß sie die
militärische Übermacht für den Einbruch in das internationale
Kräfteverhältnis an allen Fronten nicht erreicht hat, ist die
imperialistische Staatenkette heute zwar noch in der Lage, revolutionäre
Durchbrüche und selbstbestimmre Entwicklungen in einem zerstörerischen
ökonomischen und militärischen Krieg zu blockleren, aber sie
kann die Ursachen der Widersprüche nicht mehr beseitigen, die weltweit
gegen das Kapitalsystem explodieren - politisch vor allem gegen die USA
und ihre Kettenhunde, das durch sie produzierte massenhafte Elend und Sterben
- und sie hat unumkehrbar die politische Macht verloren, um den Bruch mit
dem System und den Kampf um Befreiung als einzige Perspektive für
ein Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung in den Köpfen und
Herzen der Menschen auszulöschen. Die substantielle Krise des Systems
weitet sich schneller aus, als sie sie beherrschen können. Massenhaftes
Elend und revolutionäre Kampfe haben sich schneller verschärft,
als sie mit ihren Weltbeherrschungsplänen durchgekommen sind.
Aus dieser eskalierten Situation
ist die Aggression zu begreifen, mit der die Bourgeoisie heute die Restrukturierung
in den Metropolen durchsetzt, und der Druck, sich trotz wachsender Konkurrenz
und divergierender politischer und ökonomischer Interessen zusammenzu
schließen gegen die Widersprüche, die ihre gemeinsamen Interessen
und ihre Macht insgesamt bedrohen. Sie ist die äußere Ursache
des Polarisierungsprozesses in den Metropolen, der sich gegen ihre Restrukturierungsoffensive
und Kriegspolitik verschärft.
Der Zwang zur Formierung
im Gesamtsystem resultiert aus der einfachen Tatsache, daß in der
Krise des Systems keine imperialistische Macht die politischen und ökonomischen
Probleme, die ihre Existenz überhaupt gefährden, allein beherrschen
kann. International ist die Entwicklung aus der Dialektik der Klassenkampfe
und der Zuspitzung des Elends, der Widersprüche gegen Völkermord,
Hunger und Zerstörung menschlicher Substanz in der imperialistischen
Lebensrealität dahin gekommen, daß die stärkste imperialistische
Macht die USA - ihre politische und ökonomische Hegemonie immer mehr
verliert. Das internationale Kapital und die imperialistische Staatenkette
müssen die ganze Anstrengung darauf richten, alle ökonomischen,
technologischen und militärischen Potentiale zusammenzuziehen und
die konkurrierenden Fraktionen der Bourgeoisie in einer gemeinsamen Strategie
zu vereinheitlichen im Versuch, die Entwicklung aufzuhalten, in der das
System insgesamt die Möglichkeit und Macht zur Weltherrschaft verliert.
Die Restrukturierung und
Formierung für den imperialistischen Krieg wird heute in Westeuropa
notwendig auf zwei Linien vorangetrieben, die den widersprüchlichen,
aber im Kern vereinheitlichten Kurs des Kapitals und der Staaten kennzeichnen.
Die eine strategisch bestimmende - ist die verstärkte militärische,
politische und ökonomische Kooperation und Verzahnung der westeuropäischen
Kernstaaten BRD, Frankreich, Großbritannien, Italien - mit den USA
(und Japan) - wie in SDI, für das Beckurts an Geheimverhandlungen
für Siemens teilgenommen hat. Darin wird orientiert an der US-Militärstrategie
die Strukturierung der internationalen MIKs, die straregische Neuorganisierung
von Forschung und Produktion für die Erreichung des Technologiemonopols
forciert und ein neuer Versuch, die sozialistischen Staaten militärisch
in die Knie zu zwingen. SDI ist zugleich der Versuch des US-Kapitals, mir
den Milliarden Dollars aus dem Pentagon und der Kooperation mit westeuropäischen
Hochtechnologiekonzernen seine im Verhältnis zu Japan und Westeuropa
relativ geschwächte Position auf dem Weltmarkt zu verbessern, wie
es für das Kapital in Westeuropa die Partizipation an militärischer
Hochtechnologie und die Offnung des US-Marktes bedeutet. Die andere -umfassende
politisch-ökonomischmi litärische für Westeuropa - wie in
Eureka, das in seiner Funktion für die Militärstrategie des Gesamtsystems
identisch mir SDI ist und in das alle europäischen Staaten integriert
sind. Durch Eureka wird ein Sprung im Konzentrationsprozeß und der
Kooperation westeuropäischer Konzerne realisiert, um ihre Konkurrenzfähigkeit
auf dem Weltmarkt zu erhöhen und ihre Verwertungsbedingungen durch
die Schaffüng des »europäischen Markts« zu verbessern
(was dann u. a. heißt: Siemens baut neue Fabriken und produziert
in Portugal mit staatlicher Unterstützung, bezahlt den Arbeitern dort
1/4 des Lohns wie hier in der BRD).
Es ist die Bündelung
aller Ressourcen der westeuropäischen Konzerne und Staaten, um die
ökonomische Macht Westeuropas im Weltsystem zu stärken und die
ökonomischmilitärischen Bedingungen für ihre Restrukturierung
in der Metropole zu sichern. Ideologisch ist es der Versuch, die aggressive
Politik der Staatsapparate, Konzerne und Militärs in Westeuropa durch
den »europäischzivilen« Mantel zu verdecken so die Widersprüche
dagegen aufzufangen und den Menschen einzureden, daß durch diese
»technologische Revolution« die wie alle technischen Entwicklungen
im Kapitalismus als Waffe gegen das internationale Proletariat konzipiert
ist alle gesellschaftlichen Probleme Arbeit, Umwelt, Wirtschaftswachstum,
Krieg lösbar sind. Es ist nichts anderes als der Versuch des technologischen
Sprungs aus der politischen Agonie des Systems.
Für die Menschen in
Westeuropa bedeutet der Kurs des internationalen Kapitals die einheitliche
Verschärfung der Ausbeutung, Verelendung und Unterdrückung: die
kontrollierte Ausgrenzung von Millionen Menschen aus der Produktion und
der Gesellschaft überhaupt, Kriegspolitik und Vernichtung der Lebensgrundlagen,
die repressiven Befriedungsstrategien und die faschistische Unterdrückung
des Widerstands, der sich gegen ihre Pläne stellt ist die tägliche
Realität in der westeuropäischen Metropole, für deren Umwälzung
es nur eine Strategie geben kann: die des revolutionären bewaffneten
Kampfs und des Aufbaus der politischmilitärischen Front in Westeuropa.
Was im Nazi-Faschismus durch
blutigen Terror gegen die organisierte Arbeiterbewegung und die Völker
erreicht wurde, soll heute in Westeuropa - in den Maßnahmen differenziert
entsprechend den spezifischen politischen und sozialen Bedingungen in jedem
Land, aber nach den grundsätzlich identischen Linien und Bestimmungen
des internationalen Kapitals - durch die »Informationsgesellschaft«
realisiert werden: Das Ziel der Bourgeoisie in Westeuropa ist die Strukturierung,
Beherrschung und Ausrichtung aller Vergesellschaftungsprozesse und gesellschaftlichen
Bereiche fur die Interessen des Profits und des imperialistischen Kriegs.
Der Zwang, die Restrukturierung
aggressiv durchzusetzen, schiebt sich vor die politischen Vermittlungen:
Demokratie, Sozialstaat, innerer Frieden, Arbeit für alle - die zentralen
ideologischen Säulen ihrer Herrschaft in der Metropole -werden in
der substantiellen Krise des Systems dysfünktional. Der imperialistische
Staat muß gegen alle Widersprüche die politischen, ökonomischen
und militärischen Bedingungen fur den strategischen Plan der Bourgeoisie,
mit dem sie die Weltherrschaft erreichen will, durchsetzen.
Das ist die Aufrüstung
der Bundeswehr zur technologischen, hochgezüchreren Angriffsarmee;
die XVAA in Wackersdorf, die die BRD für ihren Sprung zur Atommacht
will - und der Terror gegen die, die sie bekämpfen; das sind die Angriffe
auf das Streikrecht, die kalkulierte Massenarbeitslosigkeit und die Programme
gegen die Ausgestoßenen, die reines Kontroll- und Repressionsinstrument
sind, um die Antagonismen präventiv zu erdrücken was Henry Ford
zur Einführung des Fließbandes festgestellt hat - »es
ist völlig ausgeschlossen, den Leuten auch nur vorübergehend
ihren Willen zu lassen« -, wird heute auf alle Bereiche der vergesellschafteten
Produktion, auf alle gesellschaftlichen Verhältnisse ausgeweitet.
Individualisierung der Arbeitsbedingungen und Löhne, Mobilität
und Flexibilisierung in Arbeit und Ausbildung und der reaktionäre
Pakt zwischen Staat - Kapital Gewerkschaften, sind die materielle Basis,
die die Restrukturierung in der Metropole sichern und den Menschen das
Begreifen der gemeinsamen Lage und die Organisierung für ihre Interessen
und Bedürfnisse unmöglich machen sollen; das ist die Umstrukturierung
der Wissenschaft, Universitäten und Schulen, um sie zu direkten Agenturen
der Konzerne zu machen; das sind die Kampagnen der psychologischen Kriegsführung
und der Staatsschutz-Terror gegen den Widerstand, um wenn schon nicht Zustimmung,
dann ohnmächtiges Schweigen angesichts des totalen Staates zu erzwingen.
Die wachsenden Antagonismen
sollen unorganisierbar gemacht und in einem Teufelskreis individualisierter,
der Logik des Kapitals fünktionalen Interessen erstickt werden. Hier
in der BRD kalkulieren sie, daß sie die Restrukturierung für
die imperialistische Aggression durchpeitschen können, weil die Politik
der Gewerkschaften sozialdemokratisch, ihre Führung gekauft ist, der
breite Widerstand oft noch diffus, kleinbürgerlich, unorganisiert
und die revolutionären Kräfte noch schwach sind. Wenn CDU/FDP/SPD
hier von der »2/3-Gesellschaft« oder »Versöhnungsgesellschaft«
reden, die sie im europäischen Maßstab den wachsenden Antagonismen
entgegenstellen wollen, ist das ihr schwacher Versuch, die Tatsache zu
entpolitisieren, daß sich der Riß zwischen Gesellschaft und
Staat in der ganzen Phase imperialistischer Rekonstruktion und ihrer Aggression
auf allen politisch-ökonomisch-militärischen Ebenen so vertieft
hat, daß sie ihn nicht mehr zuschütten können. Es ist der
Ausdruck der politischen Brüchigkeit des Kapitalsystems, das in der
Krise die Fähigkeit verloren hat, der Warenstruktur universelle Gültigkeit
zu verschaffen.
Ihre faschistische Konzeption
dagegen ist die Spaltung der Gesellschaft - in einen Teil, der die Maschinen
bedient, von Kriegsökonomie und Faschismus profitiert, andere, die
sich stumpf gemacht und aus dem Druck der Existenzunsicherheit der Macht
unterwerfen; und ein Teil, gegen den sie ihren Staatsschutzapparat perfektioniert
und in alle Lebensbereiche gestaffelt aushauen und einsetzen das sind die,
die für die Profltproduktion überflüssig geworden, aus allem
rausgekippt sind, und die, die für den Staat nicht mehr erreichbar
sind, weil sie kämpfen.
Gegen ihren Plan, das Kräfteverhältnis
hier und international festzupressen, steht aber die Vertiefung des Polarisierungsprozesses
durch alle Bereiche der Metropolengesellschaft gegen den Staat, die Politisierung
des Widerstands, der schon ausgeht von den Erfahrungen in der Konfrontation
mit dem Herrschaftsapparat und reformistischen Sackgassen, und die Entwicklung
der revolutionären Front, die aus der Reife der Widersprüche
in der Metropole und dem politischen Begriff der Totalität des imperialistischen
Systems handelt, sich aus dem Ziel der revolutionären Umwälzung
im internationalen Klassenkrieg bestimmt und sich in der Wirkung ihres
Angriffs mir den weltweiten Kämpfen für Befreiung in einer politischen
Orientierung gegen das imperialistische System verbindet.
Diese Prozesse in der Metropole
treffen sich jetzt direkt mit dem Bewußtsein, das in den Kampfen
der Ausgebeuteten und Unterdrückten international wächst: daß
das imperialistische System zu keiner Entwicklung fähig ist, die mit
dem Bedürfnis nach menschlichen, d.h. selbstbestimmten, solidarischen
Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbinden ist, und daß, so lange
seine Herrschaft nicht vollständig zerbrochen ist, jeder unabhängige
Entwicklungsprozeß zerrieben wird. Was Marx analysiert hat: daß
in der Entwicklung des Imperialismus eine Stufe eintritt, in der er nur
noch Unheil, Destruktivkräfte produzieren kann, ist die objektive
Grundlage des Polarisierungsprozesses, der heute in allen Ländern
der 3. Welt und den Metropolen politisch gegen das System wirksam wird.
Subjektiv bildet sich in dieser Entwicklung international die Einheit des
Proletariats und der revolutionären politischmilitärischen Front,
ihre gemeinsame Strategie und Perspektive heraus: die weltweit einheitliche
Zerrüttung des imperialistischen Systems und seine Zerschlagung im
weltrevolutionären Prozeß.
Es gibt für die Bourgeoisie
keinen anderen Weg, als die Restrukturierung in den Metropolen jetzt gewaltsam
durchzusetzen und den Widerstand faschistisch zu unterdrücken; es
gibt für sie keinen anderen Weg als die politische und militärische
Eskalation des Kriegs gegen den internationalen Befreiungskampf und den
Versuch, die militärische Übermacht gegen die sozialistischen
Staaten doch noch zu erreichen. Sie kann heute an keinem Punkt ihres strategischen
Plans, mit dem sie die Weltherrschaft erreichen will, zurückgehen.
Aber sie kommen nicht durch.
Die Widersprüche sind schon zu tief und die Kampfe zu weit. Die international
immer mehr politisch einheitlich aufbrechenden Widersprüche und revolutionären
Kampfe überholen ihre Krisenlösungsstrategien und machen die
Wirkung ihrer Kriegsmaschine stumpf. Der Riß zwischen Gesellschaft
und Staat in den Metropolen und der Widerspruch international zwischen
Proletariat und Bourgeoisie verschärft und vertieft sich gegen jeden
Schritt, jedes Manöver in ihrer umfassenden Aggression nur immer weiter.
Daß es entscheidend
vom revolutionären Kampf in Westeuropa abhängt, ob ihre politische
Macht und materielle Basis in den Metropolen schneller zusammenbricht,
als sie ihren strategischen Plan realisieren können - und dagegen
ein qualitativer Sprung in der Entwicklung des revolutionären Prozesses
hier erkämpft wird, ist klar. Die revolutionäre Bewegung in Westeuropa
muß heute ihre vielfältigen Kampfe in einen bewußten und
gezielten Angriff gegen die imperialistische Macht transformieren; das
heißt: die aktuellen strategischen Projekte der politischen, ökonomischen
und militarisehen Formierung des imperialistischen Systems in Westeuropa
angreifen und die Politik und Praxis in einer umfassenden revolutionären
Strategie zur Zerrüttung des Systems im Zentrum und für die Einheit
des Metropolenproletariats, die revolutionäre Front in Westeuropa,
verbinden.
Jetzt geht es darum, diese
Strategie im praktischen Prozeß weiterzuentwickeln und sie in der
revolutionären Bewegung und der Gesamtheit der antagonistischen Kräfte
in Westeuropa zu verankern.
Die revolutionäre Front
in Westeuropa organisieren! Kommando Mara Cagol
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